Brustrekonstruktion bei Brustkrebs und Hochrisiko

Umfassende Informationen zu allen Aspekten der Brustrekonstruktion für Patientinnen, medizinisches Fachpersonal, Studierende und Journalisten.

Im Durchschnitt erkrankt etwa jede 9. Frau an Brustkrebs. Bei etwa 20 % der Betroffenen muss die Brust vollständig entfernt werden, bei 80 % kann die Brust großteils oder teilweise erhalten werden. Die Plastische Chirurgie vermag fast immer, sowohl eine vollständige als auch eine teilweise entfernte Brust wiederherzustellen. Bedauerlicherweise nimmt in Österreich nur etwa jede 10. Frau diese Möglichkeit für sich in Anspruch obwohl glücklicherweise die Sozialversicherungen (Krankenkassen) alle Kosten für den Wiederaufbau der Brust übernehmen und auch für alle notwendigen Folgeoperationen aufkommen, die zur Vervollständigung der Brustrekonstruktion notwendig sind (Wiederherstellung der Brustwarze, Formangleichung der gesunden Brust etc.).

Eine schön rekonstruierte Brust ist immer mit einer Steigerung des Selbstwertgefühls für die Betroffene verbunden und ist daher eine große Hilfe bei der Bewältigung des Lebens nach der Krankheit. Die rekonstruierte Brust bedeutet eine entscheidende Erleichterung im Alltag, weil lästige Brustprothesen im BH oder Badeanzug nicht mehr notwendig sind und damit fast immer ein völlig normales Leben geführt werden kann. Das schließt auch das Sexualleben ein, weil das Stigma der Entstellung und die damit einhergehende Sorge des Attraktivitätsverlustes wegfallen.

Im Durchschnitt sind 5–10 % der an Brustkrebs erkrankten Frauen Trägerinnen von Genen, die zum Auftreten der Erkrankung geführt haben. Genträgerinnen werden auch als Hochrisikopatientinnen bezeichnet. Glücklicherweise bezahlen die Sozialversicherungen bei den betroffenen Frauen die vorbeugende Entfernung des Brustdrüsengewebes. Nicht jede Frau entschließt sich zu diesem äußerst invasiven Schritt. Aktuell sind es bei bereits an Krebs erkrankten etwa 30 %, und lediglich 10–20 % bei gesunden Hochrisikopatientinnen. Aus Sicht des Arztes ist die Operation natürlich empfehlenswert, ein Zuwarten kann ohne weiteres mit russischem Roulette verglichen werden.

In Österreich gibt es zertifizierte Zentren, wo die genetische Beratung für Hochrisikopatientinnen angeboten wird. Im Rahmen eines solchen Gespräches wird den Betroffenen das Für und Wider einer vorbeugenden Operation mitgeteilt. Die Rekonstruktion einer Brust, bei welcher lediglich das Brustdrüsengewebe entfernt wurde, erfolgt in der Regel mit Implantaten, die als Volumenersatz für das entfernte Brustdrüsengewebe dienen. Eine schön wiederhergestellte Brust kann das Trauma der Gesamtsituation mildern, weil jeder Mensch die Wiederherstellung der körperlichen Integrität wünscht und darunter leidet, wenn dies nicht geschieht.

Verfügbar als digitaler Download oder als gedrucktes Buch

Interview mit dem Autor – Univ. Prof. Dr. Edvin Turkof

Univ.-Prof. Dr. Edvin Turkof ist ein erfahrener Facharzt für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie und gerichtlich beeideter und zertifizierter Sachverständiger.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen

In Österreich, der Schweiz und Deutschland erkranken jährlich rund 70.000 Frauen an Brustkrebs. Statistisch gesehen ereilt etwa jede neunte Frau dieses Schicksal. Rund zwei Drittel der Patientinnen werden nach durchgestandener Therapie als geheilt entlassen. Von diesen circa 45.500 operierten Frauen lassen nicht einmal 5.000 eine Brustrekonstruktion durchführen. Gründe dafür sind zumeist die Unwissenheit über die Möglichkeit der Rekonstruktion und dass die Kosten durch die Krankenkasse übernommen werden.

Etwa jede 9 Frau erkrankt

Neuerkrankungen pro Jahr

Etwa 65% könnten geheilt werden

Blog zum Thema Brustkrebs

Sicher nicht täglich, aber regelmäßig werden hier neueste Erkenntnisse und Forschungsergebnisse zum Thema Brustkrebs und zur Rekonstruktion der Brüste veröffentlicht.

Wie alle medizinischen Bereiche, so ist auch die Plastisch-Rekonstruktive Chirurgie einem ständigen Wandel unterworfen. Die in diesem Bereich erzielten Fortschritte ermöglichen es inzwischen, Brüste überaus ansprechend und ästhetisch zu rekonstruktieren und Ergebnisse zu erzielen, die vor einem Jahrzehnt in dieser Qualität noch undenkbar war.

Der Blog ist demnächst verfügbar!

Rezensionen & Referenzen

Univ. Prof. Dr. Turkof ist ein allseits anerkannter plastischer Chirurg mit großer Erfahrung. Die nachstehenden Referenzen sowie Rezensionen belegen die Qualität seiner Arbeit, wie sehr sein gesamtes Oevre geschätzt wird und dass das Buch ‚Brustrekonstruktion‘ eine leicht verständliche und fachlich fundierte Lektüre ist.

Die Medizin hat sich in den letzten Jahrzehnten in zahlreichen Bereichen von einer Ausrichtung auf harte medizinische Parameter hin zu einer ganzheitlichen Betreuung entwickelt. Es geht nicht nur um das „reine Überleben“, sondern immer mehr spielen die Lebensqualität, die Befindlichkeit und das Wohlergehen der sich uns anvertrauenden PatientInnen eine Rolle. In diesem Sinne ist es nur konsequent, bei der Behandlung des Mammakarzinoms auch einen Schritt weiterzudenken und nicht nur onkologische Aspekte zu berücksichtigen, sondern auch – gleich zu Beginn der Behandlung – rekonstruktive, kosmetische Überlegungen anzustellen.

Als solches ist ein Buch über Brustrekonstruktion für Spezialisten, aber auch praktische Ärzte, die ja einen beträchtlichen Teil der Beratung von Patientinnen durchführen, ebenso wie für StudentInnen und letztlich auch für die betroffenen Patientinnen von großer Wichtigkeit. Prof. Dr. Edvin Turkof ist nicht nur ein erfahrener allgemeiner plastischer Chirurg, durch seine jahrelange Arbeit an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde in Wien hat er sich ganz speziell mit dem Thema Brustrekonstruktion beschäftigt. Sein in vielen einschlägigen Lehrbüchern erprobtes didaktisches Können hat er auch diesmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

o. Univ.-Prof. Dr. Peter Husslein

Leiter der Universitätsklinik für Frauenheilkunde